Archiv - Reden
Kurzer Abriß der Geschichte der Akademischen Gilde Karlstein zu Darmstadt
Rede von AH Fritz Zirwick anläßlich des 20. Stiftungsfestes der DHG Fidelitas-Karlstein
Nach bestandenem Abitur ging
ich in November 1953 zum Studium der Elektrotechnik an die TH Darmstadt. Schon
während der Gymnasialzeit, hatte ich als damaliges Mitglied der Deutschen Jugend
des Ostens (DJO) Kenntnis davon erlangt, daß es an verschiedenen Universitäten,
so z.B. in Göttingen, Kiel und Marburg Hochschulgruppen der DJO gab und an
anderen Orten Hochschulgruppen des Arbeitskreises Sudetendeutscher Studenten
(ASS), zum Beispiel in München, Frankfurt und Berlin.
Ich nahm mir daher vor, zu versuchen auch in Darmstadt eine solche
Hochschulgruppe ins Leben zu rufen.
Bei regelmäßigen Treffen der DJO Gießen,
Wetzlar und Dillenburg auf Burg Hohensolms bei Wetzlar hatte ich in Erfahrung
gebracht, daß bereits der Kreisführer der DJO in Dillenburg Hubert Reichel,
Kennzeichen Bundlederhose und Bedienung in der Mensa, in Darmstadt Architektur
studiere und Edmund Mühlhans aus der DJO Wetzlar ein Jahr nach mir ebenfalls
nach Darmstadt kommen wolle, um Bauingenieurwesen zu studieren. Von einem
Giessener DJO-Kameraden Otto Klier wußte ich, daß er in Marburg in eine
sudetendeutsch-schlesische Hochschulgruppe Witiko eingetreten ist. Außerdem
hatte ich auf einem Zeltlager einen Gruppenführer der Sudetendeutschen Jugend
(SDJ) Darmstadt kennengelernt, der ebenfalls ein Studium an der TH aufnehmen
wollte.
Als ich ihm mein Anliegen vortrug, teilte er mir mit, daß er, sowie
ein gewisser Karl-Heinz Bohne (Schlesier) ebenfalls Heimbewohner und ein
gewisser Franz-Josef Schmid (Sudetendeutscher), bereits Kontakt mit der
akademiscehn Gemeinschaft Wallenstein hätte, die auch im ASST wäre und zu deren
Abenden sie regelmäßig nach Frankfurt am Main führen. Diese tagten in den
sogenannten "Katakomben" unter dem Frankfurter Hauptbahnhof. Dort lernte ich
auch Helga Dressler - unsere heutige Gildenschwester Helga Bohne - DJO
Frankfurt, kennen. Außerdem u.a. Herbert Günther Heischmann und Peter Hucker,
beide ehemalige Landesführer der DJO, sowie einen Kameraden namens Schuster mit
dessen Bruder Elmar ich in Plan bei Marienbad in der gleichen Gymnasialklasse
war.
Über dei Frankfurter Wallensteiner bekamen wir dann auch Kontakt mit
Wolfgang Egerter, der 1952 den ASST München gegründet hatte und der bereits
seinerseits Kontakt zu Mitgliedern der Altherrenschaft Bündischer
Studentenverbände Prag und Brünn (AHBSTV) besaß.
Nachdem dann 1954 auch
Edmund Mühlhans, Helga Dressler und Hans Wolf, der wie Hubert Reichel
Architektur studierte und von diesem geworben worden war, nach Darmstadt
gekommen waren, begannen wir ernsthaft über die Gründung einer
Hochschulgruppe des ASST nachzudenken.
Neben unseren Fahrten nach Frankfurt,
wo wir inzwischen auch Alte Herren des AHBSTV kennengelernt hatten, wie z.B.
Herbert Börsch, begannen wir eigene Zusammenkünfte in Darmstadt
abzuhalten.
Nach umfangreichen Zielsetzungs- und Satzungsdebatten gründeten
wir dann am 12.12.1956 die Ostdeutsche Studentengruppe Darmstadt (ODST) im ASST.
Es waren dies Karl-Heinz Bohne, Heinz Dorath (aus den Augen verloren), Helga
Dressler, Edmund Mühlhans, Hubert Reichel, Hans Wolf, Franz Schmid (bei der
Gründungsversammlung verhindert) und Fritz Zirwick. Ich wurde zum 1. Sprecher,
Edmund Mühlhans zum 2. Sprecher und Hans Wolf zum Kassenwart gewählt.
Die
Gruppe erweiterte sich schnell durch Wolfgang und Walter Welwarsky, Jost Köhler
(alle 3 DJO Fulda), Adelheid Hess (DJO Giessen), Hans Krümmel, Lore Spitzer,
Herbert Kluge und Bernd Karmatschek, sowie Siegfried Schilling, die letzten vier
aus der der sowjetischen Besatzungszone/DDR und Gerhard Schnaubelt. Später dann
auch Dietmar Kämena, Herbert Woikowsky, Herbert Pötschke, Peter Jung, Werner
Dostal, Harald Lemberg und Reinhard Sorgner.
Nach der Gründung der Deutschen
Gildenschaft am 15.06.1958 im Römer zu Frankfurt, stießen nun auch Alte Herren
der AHBSTV und des Bund Alter Gildenschafter (BAG) zu uns, so Prof. Dr. Ernst
Anrich, Karl Julius Gebicke, Fritz Peter Habel, Dr. Eckhard Heidl, Dr. Hans
Klatz, Prof. Dr. Otto Scherzer (TH Darmstadt), Hans Gerd Techow und Dr. Wilhelm
Welwarsky.
Im WS 1958/59 nannten wir unsere ODST in Akademische Gemeinschaft
um.
Am 17.07.1959 ergänzten wir auf Vorschlag von Bbr. Anrich den Namen in
Akademische Gemeinschaft Karlstein (nach der Burg Karlstein bei Prag, die von
Kaiser Karl IV zur Aufbewahrung der Reichsinsignien des Heiligen Römischen
Reiches erbaut worden war). 1960 wurde dann die Umbennenung in Akademische Gilde
Karlstein beschlossen.
Im WS 1969 mußte sich die Vollgilde wegen
Nachwuchsmangel vertagen. Die Altherrenschaft bestand aber als Traditionsgruppe
weiter. Anläßlich des 30. Stiftungsfestes der AG Karlstein im Jahre 1983 und des
3. Stiftungsfestes der neu in Darmstadt gegründeten Junggilde Fidelitas zu
Darmstadt schlossen sich beide Gilden zu einer Vollgilde mit dem Namen Deutsche
Hochschulgilde Fidelitas-Karlstein zusammen.
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